Wein & Wissen
Wein begleitet die Menschheit seit Jahrtausenden und begeistert durch seine Vielfalt, seine Geschichte und seinen einzigartigen Charakter. Doch was verbirgt sich hinter Begriffen wie Prädikatswein, Verschnitt oder Eiswein? Warum bilden sich Kristalle im Wein? Und sind Primitivo und Zinfandel tatsächlich dieselbe Rebsorte?
Hier finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen und interessante Einblicke in die faszinierende Welt des Weins.
Verschnitt ist kein Tabu – sondern Winzerkunst
Der Begriff „Verschnitt“ wird oft missverstanden. Tatsächlich dürfen bei einem Verschnitt ausschließlich verschiedene Weine miteinander kombiniert werden. Andere Zutaten sind gesetzlich nicht erlaubt.
Durch das geschickte Vermählen mehrerer Weine können die jeweiligen Stärken optimal miteinander verbunden werden. Fehlt einem Wein beispielsweise Fruchtigkeit, einem anderen Säure oder Würze, entsteht durch die richtige Mischung ein harmonisches und ausgewogenes Geschmackserlebnis.
Das deutsche Weinrecht
Das deutsche Weinrecht unterscheidet verschiedene Weinarten:
Weißwein wird aus Weißweintrauben hergestellt.
Rotwein entsteht aus Rotweintrauben.
Roséwein wird aus Rotweintrauben gekeltert und erhält seine helle Farbe durch einen kurzen Kontakt mit den Beerenschalen.
Rotling entsteht durch die gemeinsame Verarbeitung von Rot- und Weißweintrauben.
Perlwein enthält natürliche oder zugesetzte Kohlensäure und zeichnet sich durch eine feine Perlage aus.
Beliebte deutsche Rotwein-Rebsorten
Spätburgunder
Der Spätburgunder zählt zu den edelsten Rotweinsorten Deutschlands. Er überzeugt durch seine elegante Struktur, feine Fruchtaromen und seinen samtigen Charakter.
Portugieser
Trotz seines Namens stammt diese Rebsorte nicht aus Portugal. Sie ergibt meist leichte, fruchtige und unkomplizierte Rotweine mit angenehmer Trinkbarkeit.
Trollinger
Vor allem in Württemberg beheimatet, gilt der Trollinger als leichter und frischer Rotwein, der hervorragend zu vielen Speisen passt.
Die Lebensdauer eines Weins
Nicht jeder Wein ist für eine lange Lagerung geeignet. Während einfache Weine meist innerhalb weniger Jahre getrunken werden sollten, können hochwertige Qualitäts- und Prädikatsweine über viele Jahre reifen.
Besonders Beerenauslesen und Trockenbeerenauslesen entwickeln oft über Jahrzehnte hinweg faszinierende Aromen und eine außergewöhnliche Komplexität.
Gütezeichen und Auszeichnungen
Qualitätskennzeichnungen helfen bei der Orientierung:
Trocken
Weine mit wenig Restzucker und einer eher kräftigen Stilistik.
Halbtrocken
Ausgewogen mit leichter Restsüße.
Mild oder lieblich
Weine mit deutlich wahrnehmbarer Süße.
Zusätzlich geben regionale Gütezeichen und Prüfnummern Hinweise auf die Qualität und Herkunft eines Weins.
Qualitätswein und Prädikatswein
Prädikatsweine zählen zu den hochwertigsten deutschen Weinen.
Kabinett
Leichte, elegante Weine mit feiner Frucht.
Spätlese
Aus vollreifen Trauben gewonnen und besonders aromatisch.
Auslese
Aus sorgfältig ausgewählten, reifen Trauben hergestellt.
Beerenauslese
Edelsüße Spezialität aus überreifen Beeren.
Trockenbeerenauslese
Eine der wertvollsten und seltensten Weinarten der Welt.
Eiswein
Aus gefrorenen Trauben gewonnen und bekannt für seine intensive Süße und frische Säure.
Moussierender Schaumwein
Der Begriff klingt kompliziert, bezeichnet aber Schaumweine mit feiner Kohlensäure – darunter auch Champagner.
Die Bezeichnung „Champagner“ ist geschützt und darf ausschließlich für Schaumweine verwendet werden, die in der französischen Region Champagne hergestellt werden.
Ist die Anreicherung mit Zucker erlaubt?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. In kühlen Jahren erreichen Trauben manchmal nicht den gewünschten natürlichen Zuckergehalt.
Durch die sogenannte Anreicherung wird dem Most vor Abschluss der Gärung Zucker zugesetzt. Dieser wird anschließend vollständig in Alkohol umgewandelt und dient nicht dazu, den Wein süßer zu machen.
Kristalle im Weinglas – ein Qualitätsmerkmal
Kleine Kristalle am Flaschenboden oder im Glas sind meist Weinstein. Dabei handelt es sich um natürliche Ablagerungen von Weinsäure.
Weinstein ist vollkommen unbedenklich und wird von vielen Weinliebhabern sogar als Zeichen einer schonenden Weinbereitung geschätzt.
Die Reblaus
Die Reblaus zählt zu den bekanntesten Schädlingen des Weinbaus. Im 19. Jahrhundert zerstörte sie große Teile der europäischen Weinberge.
Die Lösung bestand darin, europäische Reben auf widerstandsfähige amerikanische Wurzelstöcke zu veredeln – eine Methode, die bis heute angewendet wird.
Wein – ein Kulturgut seit Jahrtausenden
Archäologische Funde belegen, dass bereits vor rund 8.000 Jahren Wein hergestellt wurde. Damit zählt Wein zu den ältesten Kulturgetränken der Menschheit.
Über Jahrtausende entwickelte sich aus einfachen Gärgetränken die vielfältige Weinkultur, die wir heute kennen.
Primitivo oder Zinfandel?
Primitivo aus Italien und Zinfandel aus Kalifornien stammen ursprünglich von derselben historischen Rebsorte ab.
Ihre Wurzeln liegen wahrscheinlich in Kroatien. Durch unterschiedliche Anbaugebiete und Ausbauarten entwickeln beide jedoch ihren ganz eigenen Charakter.
Weinmond
Der Oktober wird traditionell auch als „Weinmond“ bezeichnet. Der Name stammt aus einer Zeit, in der die Weinlese zu den wichtigsten Ereignissen des Jahres gehörte.
Tropfenfänger oder Einschenkhilfe?
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